19. Februar
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 männliche Blüten der Eibe
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männliche Blüten der Eibe




Eibe (Taxus baccata), langsamwüchsiger immergrüner Nadelbaum in Europa, im Orient und in Nordafrika, Strauch oder bis 20 m hoher Baum, Rinde rötlich braun, flache Nadeln. Zweihäusig, um die weiblichen, alleinstehenden Samen bildet sich ein giftroter, tonnenförmiger Samenmantel, eine Scheinfrucht. Mit Ausnahme des Fruchtfleischen sind alle Pflanzenteile stark giftig, besonders die Samenkerne. Das Alkaloid Taxin ist ein stärkeres Herzgift als das des berüchtigten Fingerhuts.
 
Die Eibe ist ein mystischer Baum. "Weiser alter Mann des Waldes" wird sie genannt, wohl weil sie seh, sehr alt werden kann. 2000 Jahre, manche sagen sogar 4000 Jahre. Still und genügsam steht sie im Schatten der Laubwälder, kommt mit wenig Licht aus. Ihre Gestalt ist eher klein und verkrümmt. Mystisch ist sie auch als Symbol für ewiges uraltes immergrünes Leben und gleichzeitig als giftiger Todesbaum. Kein Wunder, dass sie vielen alten Völkern heilig war. Von der Eibe und der ihr gewidmeten Todesrune Eihwaz sagten unsere germanischen Vorfahren "Vor Eiben kann kein Zauber bleiben".
Die Eibe ist der einzige natürliche Nadelbaum unserer Heimat und prägte einst das Aussehen der Wälder. Auf die lichtverwöhnten Römer machte der düstere Baum besonders Eindruck. Heute ist die Eibe nur noch selten zu finden. Im abergläubischen Mittelalter meinte man, wer an heißen Sommertagen unter Eiben einschliefe, würde wegen "giftiger Dünste" nie mehr erwachen. Auch Verluste unter den Haustieren auf der damals wichtigen Waldweide und die hervorragende Eignung als Bogenholz trugen dazu bei die Eiben fast auszurotten. Nürnberg exporte 1560 die gewaltige Menge von 36.000 Eibenbögen!
Heute findet man die genügsame Eibe hauptsächlich an unzugänglichen Felshängen.