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Habichtstal südwestlich von Mihla gelegenes Tal, zieht sich in mehreren Windungen von kurz vor Ütteroda über ca. 5 km bis Mihla. Eine Wanderung durch das Habichtstal mag als Anschauung für die massive Einwirkung des Menschen dienen: Beginnend auf einer weitflächig gerodeten Ackerhochebene vorbei an Windkraftanlagen, riesigen Überlandleitungen, hinter einer Güllefabrik - tschuldigung Groß-Milchviehanlage- entlang eines trockengefallenen Sodareste- Stausees mit Wüstung Sorga, vorbeischlängelnd an der alles ausfüllenden Kreis- Mülldeponie mündet das Tal hinter einer Fast-Industrie-Brache in den salzigsten Fluß Europas, die Werra. Interessant zu erwähnen, dass das Habichtstal lange Zeit Trinkwasserschutzgebiet war. Ist?

Haineck wiederhergestellte Burgruine bei Nazza, etwa 1392 (damit eine der jüngsten Burgen) erbaut zur Festigung und Ausweitung der Macht der Wettiner Landgrafen gegenüber den lokalen Adel und den Eichsfelder Machtzentrum des Erzbistums Mainz. Burgvögte von Wangenheim, von Hopfgarten u.a. Rein militärische Zwecke, Fünfeck etwa 30x17m, Mauern 8m hoch, 2 Türme, Wallgraben. Stand in Zusammenhang mit der Altenburg und der Landwehr bei Nazza. Langsamer Zerfall ab 16.Jh.
Heute aktiver Burgverein.

Hainich westliches Randgebirge (max.495m üNN) der Großlandschaft Thüringer Becken, erstreckt sich über 30km nord-südlich zwischen Mühlhausen und Eisenach, aus dem Thür. Becken sanft ansteigende und schroff ins Werratal abfallende Kalksteinplatte. Wasserscheide Werra-Weser und Unstrut-Elbe. Übergangsbereich zwischen subozeanischem West- und subkontinentalem Osteuropa, 500 - 800 mm Jahresniederschlag, Luv- und Leeseiten bei vorherrschenden Westwinden.
Laubmischwälder und Trockenrasen auf Kalkboden (Orchideen!), karstartig, nicht zersiedelt und nur wenige Verkehrswege, im südlichen Teil mehrere ehemalige Armee-Schießplätze
Größte zusammenhängende Buchenwaldgesellschaft Europas, im südlichen Teil recht urwaldnah, stellt damit die ursprüngliche Erscheinung mitteleuropäischer Wälder dar und wurde deshalb 1998 teilweise Nationalpark

Felsen über dem Waldbad Hallungen kleiner Ort zwischen Nazza und Heyerode. Ein wenig ausserhalb in einem Seitental liegt ein einfaches, aber beliebtes Waldschwimmbad. Die Verlängerung des Tales zum Rennstieg wird Ritzenhäuser Ladestelle genannt. Flankiert vom Winterstein mit Felsrissen und dem Sommerstein mit einer uralten Wallburg.

Harsberg Erhebung des Hainich bei Mihla und Lauterbach, 410 m üNN. Hier fällt der Hainich wie überall an seinem westlichen Rand steil ab, die Werra bei Mihla liegt nur etwa 200 üNN. Da die vorherrschenden Westwinde aus dem Werratal aufsteigen müssen, wurde diese günstige Lage schon seit den 20er Jahren für eine Segelfliegerschule genutzt. Der direkt an der Nationalparkgrenze gelegene leerstehende Gebäudekomplex war später Armeeobjekt und soll demnächst Jugendherberge werden. Seit Beginn der 90er Jahre wieder Sporthang für Drachenflieger. Günstiger Wanderstartplatz, z.B. für das Ihlefeld. Ausgeschilderte Auffahrt in Lauterbach Ortsmitte.

Harstall, Wüstung Spät entstandene und bereits im Mittelalter wüst gefallene Siedlung im Mihlaer Tal, etwa 500m hinter dem Offenstall Rudolfs Au´gelegen. Die Bewohner und mit ihnen die Flur sind wohl in dem älteren, größeren und an wichtigen Verkehrsadern gelegenen Mihla aufgegangen. Ein Geschlecht derer Von Harstall spielte ab dem Mittelalter bis in unsere Zeit eine bestimmende Rolle in Mihla.
Rund um den Ort weisen zahlreiche Flurnamen auf die ansonsten spurlos verschwundene Wüstung hin. Als Anfang des 20.Jh. für einige Jahre ein Sägewerk an gleicher Stelle errichtet wurde, schnitt man bei Schachtarbeiten Siedlungsreste an.

Hühnerloch merkwürdiger Name eines Seitentals des Mihlaer Tals. Beginnend an der Wegkreuzung vor dem Offenstall in Rudolfs Au`, windet sich der Wald- und Wanderweg Mihla- Kammerforst durch den anfangs feuchten und langsam aber stetig steigenden Grund. Allmählich verengt sich das dicht bewachsene Tal und Felsen ragen bis an die Straße. Einer der Kalkfelsen wird Elbelfelsen oder auch Elbelkanzel genannt. Am Ende des Tals beginnt ein steiler Anstieg zum Rennstieg. Dort steht das Ritter- Steinkreuz. Das Tal wirkt dunkel und abschieden und ist immer ein Spur kühler.

Holle Frau Holle (Holde Frau Freya) ist eine Gestalt der Sagen- und Geisterwelt, die auf die germanische Götterwelt zurückgeht (Hulda oder Tut-Ursel). Erstaunlich ist, dass Frau Holle trotz christlicher Verdrängung des heidnischen Brauchtums äußerst populär ist und in den Sagen und Märchen häufig gütig, gebend und als Beschützerin junger, fleißiger Mädchen auftritt. Selbst in der verwandten Form der Weißen Frau stehen Eigenschaften wie Schönheit und Anmut neben dem Geisterschrecken. Beeindruckende Sagen ranken sich um die benachbarten Hörselberge.

Hölzerkopf Der Leibjäger Hölzerkopf ist eine sagenum-wobene historische Gestalt. Als Jäger des Barons tritt er in vielen Geschichten als unfehlbarer Schütze, als Freischütz auf. Seine Treffsicherheit soll er in der einen Variante vom Teufel, in der anderen vom Waldgeist Elbel erhalten haben, zu dem er sich dann auch, der Menschen überdrüssig, zurückgezogen haben soll.
Die Familie Hölzerkopf hat es tatsächlich über viele Jahre in Mihla gegeben. Einer der ersten Hölzerkopfs baute das nach ihm benannte Haus in der Mühlgasse mit den berühmten Hölzerköpfen.

Hulda Erdgöttin und Geistergefährtin des Wilden Jägers. Geht wohl direkt auf die germanische Sagenwelt um Wotan und damit auf Freya zurück. Verschmilzt oft mit der gütigen Frau Holle und der schönen rätselhaften Weißen Frau. Seit christlichen Zeiten vertritt Sie als Gegenbild zur himmlischen Gottesmutter alles Irdische.

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Ruinen des IhlefeldIhlefeld im Hainich. Ausgedehnte Wiesen erinnern an ehemaliges Gehöft mitten im Hainich an einer alten Wegekreuzung des Rennstieg, Nähe Betteleiche. Lange Zeit Forsthaus und Ausflugsziel. Im kalten Krieg wurden die benachbarten Schiessplätze ausgedehnt, Ihlefeld mußte verlassen werden und verfiel. Heute sind vom Original noch ein paar Mauerreste und Kellerlöcher zu besichtigen, aber ein Schutzhaus wurde am historischen Ort wiedererichtet, von April bis Oktober ist ein mobiler Imbiss anzutreffen. Siehe auch die "Sagenhaftes-Ihlefeld-Tour"

Ihlefelder KreuzIhlefelder Kreuz, ca 1km vom Ihlefeld entfernt, dicht bei der Eisernen Hand. Vermutlich ältestes Steinkreuz des Hainich, mit einer geheimnis- vollen Bärenszene.
Mehr in der "Sagenhaftes-Ihlefeld-Tour"

Infostellen des Nationalparks Hainich:
Umwelt- und Naturschutzzentrum "Goldackersches Schloß" mit Schlossgaststätte, 99947 Weberstedt, An der alten Schule 11, Tel/Fax 036022/999401
NP-Info, 99947 Bad Langensalza, Bei der Marktkirche 9, Tel 03603/390728
NP-Info, 99986 Kammerforst, Obergut, Straße der Einheit, Tel 036028/36893
NP-Info, 99826 Berka v.d.H., Hauptstr.166, Tel 036924/41896
NP-Info, 99947 Behringen, Hauptstr.29 (Bürgerhaus), Tel 036254/78640
geöffnet werktags 9 bis 18 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen (außer Weihnachten und Neujahr) von 13 bis 17 Uhr, Bad Langensalza 10 bis 15 Uhr
Internet www.nationalpark-hainich.de

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